Bereits vor über 4000 Jahren wurden in China die Grundlagen für die Lehre von den acht Wundermeridianen oder Qi Jing Ba Mài entwickelt. Das damalige Wissen zur Akupunktur wurde in zwei Büchern, unter dem Titel “Die Medizin des Gelben Kaisers” (Huàngdì Nèijing) nieder gelegt. Das Buch Sú Wén behandelt die grundsätzlichen Fragen von Diagnose, Pathologie und Prävention von Krankheiten. Im Buch über den Lìng Shu wird die Technik der Akupunktur aus klinischer Sicht behandelt. Hier finden sich auch schon die ersten Beschreibungen der Meridiane und deren Punkte für die Akupunktur und Moxibustion. Der Autor dieses Buches soll Huáng Dì, einer der ersten Kaiser Chinas gewesen sein, der in der chinesischen Tradition sowohl als mythisches Himmelswesen, teilweise aber auch als historische Figur beschrieben wird. Die heutigen Kenntnisse über diese Quelle gehen auf Abschriften zurück, die etwa im 3 Jahrhundert v. Chr. nach den Vorlagen älterer Schriften angefertigt wurden

Die Bücher beschreiben den genauen Verlauf der acht Meridiane noch nicht ganz exakt, das Prinzip wurde dort aber schon damals dargestellt. Die Beschreibungen wurden im Laufe der Zeit zum Beispiel im Nàn Jing verfeinert, aber erst im Zhen Jin Dà Quàn systematisiert. Xu Feng entwickelt dort seine Lehre von den acht Wundermeridianen und teilt sie in vier Paare ein: Chong Mài mit Yin Wèi Mài, Du Mài mit Yàng Qiao Mài sowie Dài Mài mit Yàng Wèi Mài. Zusätzlich ordnet er ihnen acht Meisterpunkte zu. Xu Feng erweiterte seine Lehre durch die magische Schildkröte Ling Gui Ba Fa, welche die Schwankungen im Fluss des Qi Flusses Qi Jing Ba Mai darstellt. Im Qì Jing Ba Mai Kao des chinesischen Pharmakologen Lì Shì Zhen finden sich Anleitungen zur Pulsdiagnostik bei Störungen der acht Meridiane und es gibt Hinweise für Therapie Möglichkeiten mit Hilfe der Kräuter Medizin.

Schon zu Zeiten der Ming Dynastie hatte man dann genauere Methoden zur Behandlung der Wundermeridiane und der acht Meisterpunkte gefunden. Damals beschrieben Yàng Jì Zhou, Zhen Jìu Dà Chèng, und Zhang Jiè Bin darüber hinaus die vielen Behandlungsvarianten, die man durch eine kombinierte Behandlung verschiedener Meister- und sonstiger Punkte erreichen kann.

In der Neuzeit gab es Impulse für diese Lehre der acht Wundermeridiane vor allem durch japanische Akupunkteure. So beschreiben Manaka und Ito den Verlauf der Wundermeridiane anders, als das die chinesische Medizin getan hat. Andere japanische Abweichungen von der traditionellen chinesischen Lehre finden sich bei den Kreuzungspunkten der zwölf Meridiane der Organe, dem Du Mài und dem Rèn Mài einerseits, sowie zwischen dem Yàng Wèi Mài und dem Yin Wèi Mài bzw. dem Yàng Qiao Mài und dem Yin Qiao Mài andererseits. Die unterschiedlichen Auffassungen in Japan und China über den Verlauf der Meridiane sind beide für erfolgreiche Behandlungen geeignet, stellen aber jeder für sich eine eigene Systematik dar.